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Stammzellmedizin - nichts ist unm�glich !?

Pipette

An der Stammzellforschung scheiden sich die Geister. F�r die Einen ist sie die Medizin der Zukunft, die Anderen bem�hen sofort Frankenstein’sche Fantasien und wollen so etwas in Deutschland auf keinen Fall zulassen.

Um mir selbst ein Bild von der Thematik zu machen, habe ich mich auf das Symposium �Neue Perspektiven f�r die Stammzell-Medizin� gewagt. Die fach-
m�nnischen Zwischenfragen verraten es sofort - au�er mir befinden sich fast nur Fachleute im Publikum. Aber, was macht das schon, gelernt hab ich trotzdem sehr viel. Wenn die n�chste Diskussionswelle �ber Deutschland herein bricht, kann ich ordentlich mitreden.

Eines steht fest - die Zukunftserwartungen der Forscher sind gro�. Von k�nstlichen Organen bis zur Heilung von todbringenden Krankheiten ist alles im Programm. Regenerative Medizin nennt man das Ganze, im Moment sind die meisten Patienten allerdings M�use.

Entgegen des popul�ren Glaubens muss Stammzellforschung nicht unbedingt etwas mit Embryonen zu tun haben. Im Falle von Prof. Hescheler aus K�ln ist die aber der Fall. Er besitzt einer der 20 Genehmigungen zur Forschung mit embryonalen Stammzellen. Eine solche Genehmigung in Deutschland zu bekommen, gestaltet sich aufgrund der ethischen Vorbehalten �u�erst schwierig. Prof. Hescheler versucht aus embryonalen Stammzellen funktionsf�hige Herzzellen zu entwickeln. Im Experiment mit M�usen hat seine Arbeit bereits Fr�chte getragen.

Einen ethisch vertr�glicheren Weg pr�sentierte Prof. Engel aus G�ttingen.
Aus einem St�ck Hoden entnimmt er die Zellen, welche f�r die Erzeugung von Spermien zust�ndig sind. Diese haben �hnliche Eigenschaften wie embryonale Stammzellen und k�nnen zu allen Arten von Gewebe differenziert werden. F�r mich ein viel versprechender Weg, den ethischen Grunds�tzen unseres Landes gerecht zu werden.
Ein bisschen gruselt es mich aber trotzdem, wenn der Professor fast am�siert erz�hlt, wie er die Keimzellen genetisch dazu bringt gr�n zu sein, differenzierte K�rperzellen pl�tzlich blau werden und rote Spermien zeigen, dass das Experiment gegl�ckt ist.
differenzierte Zellen
In der Stadt der Wissenschaften ist zu diesem Thema nat�rlich auch etwas zu finden. Am Helmholtz Zentrum f�r Infektionsforschung wollen Forscher verletzte Sehnen mit einer Stammzellen Therapie heilen. Auch am Klinikum Braunschweig wird mit Stammzellen geforscht. Durch die Transplantation von Blutstammzellen sollen Patienten sich nach einer Chemotherapie schnell wieder erholen. Beide Projekte arbeiten allerdings mit adulten Stammzellen.In Braunschweig ist moralisch also alles im Reinen.

Kiwi

Abbildungen: Aus der Publikation von Guan et al., Nature 2006, 440: 1199-1202

6 Kommentare

  1. Siggi

    Ich wünschte mir ja, dass das Ganze weltweit mit einheitlicher Vorsicht behandelt werden würde. Klr ist es ärgerlich, wenn der Wirtshcafts- und Wissenschaftsstandort Deutschland sich selbst limitiert, aber wo soll das denn noch alles hinführen!

  2. Raner

    Ein frommer Wunsch - der aber sicherlich nicht Realität wird. Es liegt einfach in der Natur des Menschen seine Welt zu erforschen - und letzlich auch diese und sich selbst zu verbessern. Zudem muss man die Ethik eines Zellhaufens der Ethik leidender Menschen gegenüberstellen - für mich eine einfache Entscheidung.

  3. jo

    Ich weiß nicht ob man menschliches Leben einfach so als Zellhaufen bezeichnen kann. Außerdem liegt es ebend nicht einfach in der Natur des Menschen sich und seine Welt zu verbessern, dass ist ein frommer Wunsch Deinerseits Reiner. Es wird geforscht um Geld zu verdienen und sich einen Namen zu erarbeiten, wegen sonst gar nichts. Welt verbessern und Menschenleben retten steht da irgendwo ganz unten auf der Liste. Oder warum bekommen leidende Menschen außerhalb von Deutschland unsere Produkte nicht, wenn Ziel der Forschung doch die Weltverbesserung ist?

  4. Mo

    @jo

    im Prinzip geb ich Dir Recht, aber ich glaub, Du hast Raner nicht ganz richtig gelesen. Zumindest hat er Menschliches Leben nicht als Zellhaufen bezeichnet.

  5. weststadt

    boah gehts ab

  6. jo

    @mo

    Raner meinte, so habe ich ihn verstanden, mit einem Zellhaufen embryonale Stammzellen, bei deren Gewinnung menschliche Embryonen “zerstört”, also faktisch getötet werden. Damit ist meiner Auffassung nach Raners Bezeichnung für den Zellhaufen gleichzeitig auch eine Bezeichnung für menschliches Leben.

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