Ein Konzert, das Wissen schafft?
Blättert man durch das Programmheft zur Stadt der Wissenschaft, so fällt doch neben all den Experimenten, Forschungstrends und Menüplänen eines auf: Konzerte. Nicht irgendwelche Konzerte, sondern Wissenschaftskonzerte. Natürlich, denn schließlich geht es hier in Braunschweig um Wissenschaft. Aber inwiefern können Konzerte wissenschaftlicher Natur sein? Oder befinden wir uns hier auf einer rein metaphorischen Ebene? “Die Reihe wagt ein Experiment, und kombiniert klassische Musik auf unterhaltsame Weise mit wissenschaftlichen Hintergründen”, heißt es in einem Artikel der Homepage der Stadt Braunschweig zu dem bereits stattgefundenen “Physikkonzert” im Hause der Pianofabrik Schimmel.Da ich bei besagter Veranstaltung nicht anwesend war, habe ich bei der Firma Schimmel nachgefragt. Dort erklärte man, dass das Konzept eigens für die Stadt der Wissenschaft entwickelt wurde, von Herrn Bäse-Jöbges (Fa. Schimmel), Herrn Dr. Wogram (PTB) und Wolfgang Zill (HMT-Hannover). Dieses Team sei laut Bäse-Jöbges kein klinisches Konstrukt, sondern auch Ausdruck langjähriger Kooperation. So arbeite man bei Schimmel schon seit über dreißig Jahren mit der PTB zusammen, um auf wissenschaftlich fundierter Basis seine Instrumente zu verbessern. Die dafür nötigen Mess- und Visualisierungstechniken von klangbestimmenden Schwingungen bildeten daher auch den Schwerpunkt der Veranstaltung. Aha, das klingt interessant: Die Musik live hören, aber gleichzeitig quasi oszilloskopisch sehen, das liesse sich durchaus als „Wissenschaftskonzert“ betrachten. Bleibt die Frage, inwieweit die noch folgenden Veranstaltungen der Reihe – mit Überschriften wie Helikopter Quartett oder Ballet Mecanique – entweder diesem Konzept oder wenigstens dem Oberbegriff „Wissenschaftskonzerte“ entsprechen. Oder ob sie vielleicht doch „nur“ Brimborien sind. Na, wir werden sehen – und hören ![]()

