VIDEO | Von Zeit zu Zeit die Zweite!
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So, nun ist es endlich soweit. Werner Gro�e von der IWF Wissen und Medien GmbH in G�ttingen war in unserem Studio zu Gast. Dort hat er sich ausf�hrlich mit mir �ber sein “Zeit kippen” Experiment unterhalten. Bei dieser Gelegenheit hat er auch zu der Kritik eines Mikrofilm-Lesers Stellung genommen, dass seine Experimente eher �sthetischen als wissenschaftlichen Wert h�tten. Was wir in Zukunft noch von ”Zeit kippen” zu erwarten haben und wie sich sein pers�nliches Verst�ndnis von Raum und Zeit durch das Experiment ge�ndert hat, verr�t uns Herr Gro�e dann n�chste Woche im zweiten Teil.
Und die n�chste Gelegenheit Werner Gro�e selbst mal zu erleben bietet sein Vortrag �Welch ein Humbug! Wissenschaft - wie dreht man das?� am 6.6. um 20.15 in der Thalia Buchhandlung.
Also, vielleicht bis Mittwoch!


Mat
Nee, nee - so einfach kann man meinen vorherigen Beitrag nicht abtun.
Zunächst: Wenn man die Worte “ästhetisch” und “wissenschaftlich” vertauscht, ergibt sich eine exakt gegensätzliche neue Aussage. Möglicherweise war meine Wortwahl jedoch nicht präzise genug, doch dazu komme ich weiter unten.
Nun zu meiner Argumentation:
Ich denke, dass sich der “wissenschaftliche Wert”, wie ich es unsräzise genannt habe, in Grenzen hält, da ich keine neuen Erkenntnisse über das menschliche Konstrukt “Zeit” sehe.
Mit viel Übung sind die Resultate des Zeitkipp-Vorgangs vorhersehbar. Es verlangt einiges an Vorstellungskraft, aber es ist machbar. Jeder Mensch könnte sich z.B. zuhause eine Bilderserie übereinanderlegen und nach einem Schnitt durch den Stapel die Schnittkante betrachten (Möglicherweise müssen die Bilder minimal versetzt werden).
Das ganze auf digitalem Wege mit Rechnerkraft zu bewältigen, beschleunigt lediglich den Vorgang erheblich. Das Resultat hat meiner Meinung nach einen (Achtung: hier die präzisere Wortwahl) Kunstwissenschaftlichen, aber keinen Naturwissenschaftlichen Wert.
Mat
Das war ja mal ein Fettnapf. Ich habe meinen obigen Beitrag begonnen zu schreiben, nachdem ich nur den Beginn des Films gesehen habe.
Der Beitrag widerspricht ja dem Film gar nicht.
Nur auf eines muss ich als Verfechter der Sprachlichen Präzision bestehen: Das Vertauschen der Worte meiner Aussage würde diese auch weiterhin ungültig machen, da das dann Ausgesagte nicht mehr meiner Meinung entspricht - was ich im obigen Post etwas unnötig ausführlich unterstrichen habe.
Diese Stelle hatte mich etwas enttäuscht, da es klingt, als hätte ich den ersten Post lediglich geschrieben, um Herrn Große anzugreifen oder seine Arbeit herabzuwürdigen, was NICHT der Fall war.
Werner Große
Mat verdient einen Kommentar, und zwar einen freundlichen und herzlichen!
Vorweg: Das Zeitkippen beschäftigt mich, aber ich bewerte es (noch) nicht sehr.
Mat tut dies, was normal ist. Er beginnt sein Urteil mit
, was sprachlich in der Regel als emotionaler Übergang von einer festgestellten Sache zu einer persönlichen Gefühlsäußerung dient. Dazu passt schlecht die dann folgende Passivform
anzumessen, die sich nicht auf ein
beschränkt, sondern im Sinne von man muss bewerten ein zwingenden Urteils ausdrückt.
Seine Aussage
bzw.
ist nur auf den ersten Blick kräftig. Bei genauerem Hinsehen bleibt sie unbestimmt, wegen der darin enthaltenen Floskeln vielleicht sogar schwammig.
Darauf habe ich in dem Interview hingewiesen, als ich den Satz zur Demonstration umdrehte. In der Aussage schwache oder gar bedeutungslose Sätze sind nämlich per se ziemlich richtig, weil ihr Gegenteil auch nicht sehr falsch ist. Die Differenz zwischen einem Satz und seiner Verneinung ist um so kleiner, je weniger er aussagt. (Man wende die Satzaussage einmal auf den Mond, Heidi Klumm oder den Sender Arte an, um zu sehen, dass beide Richtungen funktionieren.) In unserem Fall des Zeitkippens ist ästhetisch/wissenschaftlich bzw. kunstwissenschaftlich/naturwissenschaftlich bitte kein Gegensatz.
Lieber Mat, ich wollte Sie nicht angreifen und Sie mich auch nicht. Das Zeitkippen eignet sich nicht gut, um künstliche Gräben zwischen Kunst und Natur oder auch nur zwischen ihren jeweiligen Wissenschaften zu vertiefen.
Ich denke, dass das Zeitkippen für Betrachtungen manches hergibt, z. B. für
Information (in-form): Sie wird umsortiert, die Bits bleiben konstant,
Ästhetik: Sie wohnt bereits der Originalszene inne, der Rest ist Algorithmus,
Wahrnehmung: Unser Hang zur Gestaltwahrnehmung ist erstaunlich,
Sprache:
Ans Ende oder zum Anfang?
Raum/Zeit: Wie stelle ich mir einen Punkt in der Raum-Zeit vor?,
etc.