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Chancen für die Optimierung von Strahlentherapien

Wenn bei Reaktorunfällen oder der Zündung atomarer Waffen elektromagnetische Strahlungen radioaktiver Stoffe freigesetzt werden, sogenannte „ionsierende Strahlungen“, dann sind diese für Menschen extrem gesundheitsschädlich. Dies ist bekannt und in zahlreichen Studien dokumentiert. Doch wie der menschliche Körper auf niedrige Strahlenbelastungen dieser Art reagiert, ist weitgehend unerforscht. Solchen niedrigen Strahlendosen ist der Mensch beispielsweise durch das Einatmen von Radon ausgesetzt, ein im Boden vorkommendes, radioaktives Edelgas. Aber auch Röntgenstrahlen bei ärztlichen Anwendungen zählen zu den Quellen geringer Strahlung.

Nun entwickelten Wissenschaftler der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt, Braunschweig, (PTB) ein neues Verfahren, mit dem sich die Auswirkungen von Niedrigbestrahlung auf den menschlichen Körpern beobachten lassen. Laut einer Pressemitteilung der PTB vom April des Jahres bestrahlt hierbei  ein Mikro-Ionenstrahl, der so benannte „Microbeam“ gezielt einzelne oder abgezählte Teilchen Bestandteile lebender Zellen. Dies beschädigt die DNA (Abkürzung für Desoxyribonukleinsäure, ein in allen Lebewesen vorkommendes Molekül und die Trägerin der Erbinformation und Gene). Die als „Doppelstrangbrüche“ bezeichneten DNA-Schäden lösen jedoch innerhalb von Sekunden körpereigene Reperaturmechanismen aus, die versuchen, die Schäden zu beheben. Diese Reparaturprozesse lassen sich nun erstmals mit Hilfe von fluoreszierenden, also „leuchtenden“ Proteinen in Echtzeit miterleben.

Das von den Braunschweiger Wissenschaftlern geschaffene Verfahren, auch „Live Cell Imaging“ genannt, verspricht demnach nicht nur wichtige Aufschlüsse über mögliche Strahlenschäden zu liefern, sondern auch über die genaue Abfolge unterschiedlicher Reparaturmechanismen. Daraus wiederum sollen Erkenntnisse hervorgehen über die Effektivität von Medikamenten bei der DNA-Reparatur sowie über mögliche Optimierungen von Strahlentherapien.

 Microbeam-Verfahren

Abbildung: Phyikalisch-Technische Bundesanstalt, Braunschweig, PTB

Die komplette Pressemitteilung: http://www.ptb.de/de/aktuelles/archiv/presseinfos/pi2010/pitext/pi100408.html

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